cry me a river.

"sag mal, leah, gehts dir gut? du siehst nicht so gut aus." meint frau x. heute in deutsch zu mir. ich bin gerade ganz vertieft ins sätze ausschneiden. verwirrt schaue ich sie an. "alles gut" und lächle. endlich macht der unterricht mal spass. auch wenn wir alle noch nicht erahnen, warum wir ich darf/muss/will/wünsche mir/kann/habe/bin - sätze aufschreiben mussten. ich grinse h. an und sie zwinkert zurück. auch ihr macht die stunde spass. schön, dass sie nach den 45 d-minuten wieder gute laune hat.
endlich pause. egal, wie interessat ein lehrer die stunde gestaltet, die minuten zwischen lernen, schreiben und zuhören sind immer besser. ich trinke meinen lauwarmen cappuccino. bitter läuft er mir den hals herunter. ich schüttel mich. irgendwann brauche ich ne vernünftige thermoskanne. ich schnappe mir mein wässerchen und stelle mich mit geschichtsbuch zu den anderen in den kreis. "leah? alles gut?" klingt n.s stimme an mein ohr. es rauscht um mich herum. mir wird schwarz vor augen und ich bemerke nur noch, dass ich dumpf auf den linoleumboden aufpralle. als ich nach gefühlten tausend stunden wieder die augen aufschlage, sehe ich meine leute um mich herum versammelt. mit besorgten gesichtern hocken sie um mich herum und mustern mich kritisch. "soll ich einen lehrer holen?" fragt f. aufgeregt. müde winke ich ab. alles bloss keinen lehrer. "geht schon wieder" und richte mich auf. der boden schwankt noch etwas, aber passt. "ich sollte mehr schlafen" meine ich ironisch zu euch. "willst du vielleicht ein paar gummibärchen?" t hält mir die tüte unter die nase. beinah mitleidig fällt mein lächeln aus, dass ich ihr schenke. daraufhin zieht sie das candy zurück und murmelt eine leise entschuldigung. "schon gut". ist wahrscheinlich ne routinefrage.
verdammt. ich muss mich zusammenreissen. zusammenklappen ist kacke. schon das 4te mal in diesem jahr. mit einem leidigen ausdruck denke ich an die vorhergehenden male, als ich heulend in der dusche gesessen habe, weil keiner da war und es mir so dreckig ging. wenn einem schwarz vor augen wird, einem so schwindelig ist und niemand einem helfen kann, ist man so allein in dem moment. das sollte doch aufhören.
zu hause vertiefe ich mich nach dem essen in "der mädchenmaler". ich liebe monika feth. so langsam bekome ich durst, drehe das buch um und suche nach einer vollen flasche wasser. m. und ich trinken zu viel wasser. nach 5 tagen sind alle merkurflaschen alle. gr. als ich mir was ins glas eingiesse, dreht sich die küche um mich herum. fuck. ich stelle die flasche ab, schliesse kurz die augen und atme tief durch. ich koche mir einen minzetee auf, mache mir ein körnerkissen warm und kuschel mich oben in mein bett ein. schlafen hat bisher alle probleme gelöst. sowohl physisch, psychisch als auch überhaupt.
You told me you loved me
Why did you leave me, all alone
Now you tell me you need me
When you call me, on the phone
Girl I refuse, you must have me confused
With some other guy
Your bridges were burned, and now it's your turn
To cry, cry me a river
(justin.♥)

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