bel air.

(2) wunderschöner oktober, denke ich mir, als ich mit dem farrad durch die schöne kleinstadt fahre. ganz im gegensatz zu dem verregneten sonntag letzte woche. die nachhilfestunde im café. nur du kannst mir den gesamten 2. weltkrieg so schön erklären. und schutzengel. wann war das nochmal? 19. oktober. was für ein schöner film. grinsend denke ich daran zurück, dass sich deine hand ebenfalls ab und zu im flauschsessel verkrallt hat, wenn plötzlich jemand wieder auf die idee gekommen ist, zu schiessen. "ihr scheint irgendwie abhängig voneinander zu sein" stelle h. mal fest. ich überlege, wie sie das wohl meint. ach quatsch wir können auch ohne einandeer. kein ding. ich biege links ab und beschleunige mein tempo. wie doof, dass wir j. gesehen haben, als wir raus sind. was sie sich wohl gedacht hat. glücklicherweise scheint sie es vergessen zu haben. ich verringere meine geschwindigkeit von 20 kmh auf schlappe 12, wie mein tacho mir anzeigt. irgendwo hier muss es jetzt sein. ah hier. *strasse. ich schliesse mein rad, will klingeln, aber da öffnet mir eine frau die tür, die gerade in den keller geht. überrascht bedanke ich mich und laufe die stufen hoch. endlich lahm (n. <3) sein. nach den letzten 2 wochen habe ich das auch bitter nötig. ständig klausuren etc. ich mag nicht mehr. zum glück hat es sich jetzt etwas gelegt. heute einfach mal nix tun. quatschen. allerhöchstens mal vom bett aufs sofa wechseln. aber nur wenns sein muss. ich drücke den klingelknopf. erschrocken reisst du die tür auf, hast noch nicht mit mir gerechnet.  "hi hi" begrüsse ich dich. "schön, dass du da bist." ich wundere mich immer wieder, wie nett du doch bist. nahezu schon schrecklich. du führst mich in dein reich und stellst mir x. vor, was du schon so lange vorhattest. ich bequeme mich neben ihn. langsam fällt der stress ab. einfach rumlabern. ohne sinn. ohne inhalt. über belangloses zeug. x. ist echt cool, schiesst mir durch den kopf. vor allem sein jahr in y. interessiert mich. gebannt höre ich ihm zu, wie er diese lange reise in den schillernsten farben ausmalt. "oh man, ich bin neidisch" stöhne ich. vielleicht mach ich es ja doch. hm. "sag mal könntest du mir * holen?" fragt er dich. "oh nööö, ich will nicht." - "dann lost doch aus" werfe ich ein. nach 3 runden schere stein papier musst du ran. gespielt beleidigt ziehst du eine grimasse in seine richtung und gehst los. als scheint er nur darauf gewartet zu haben, zieht er sein handy aus der tasche und nimmt es von einer hand in die andere. als scheint er zu überlegen, wie er mir was sagen will. tatsache. "ich .. " er zögert. ich lächel kurz und nicke ihm zu. er kann loslegen. "es ist  so...[...]" um sein gesagtes zu unterstreichen bzw. an beispielen zu belegen, zeigt er mir verschiedene whatsapp nachrichten. still schweigend höre ich ihm zu. frage höchstens nach. lasse mir alles erklären. "[...] falls nicht, kannst du es dann bitte für dich behalten?" fragt er mich abschliessend 10 minuten später. überrumpelt schaue ich ihn an. das wird schwer. oh man. ich höre den schlüssel in den tür. "x. liegt viel an dir. vergiss das nicht." meint er beschwörend, bevor er sein handy wieder in seine hosentasche schiebt und so tut, als sei nichts. ich versuche die situation wie im improtheater zu handhaben und spiele in dem nicht vorhanden stück einfach mit.
er verabschiedet sich 1 stunde später. ich umarme ihn eigentlich nur kurz, doch er hält mich fest. "überleg es dir" zischt er mir ins ohr, bevor er die tür hinter sich schliesst. ich streiche mir eine nervende haarsträhne aus dem gesicht und schaue dich an. du grinst mich schief an, woraufhin ich dich in den arm nehmen würde wollen. aber es würde nicht passen. weil du es weisst. und eigentlich ja doch nicht.
wir quatschen noch bis spät in die nacht, haben uns wider erwarten bis auf den balkon bewegt und rauchen gemütlich eine. ich sehe dich jetzt anscheind mit anderen augen. vermutliche bin ich so in gedanken versunken, das ich nicht einmal mitbekomme, das mein handy klingelt. du weist mich behutsam darauf hin. "oh" meine ich nur. meine eltern fragen, wann sie mich denn abholen sollen. "halbe stunde?" - "ok.". seufzend steh ich nach 5 minuten auf, schiebe mir gleich 2 kaugummis auf einmal in den mund, sprühe mich fett mit deo ein und wasche mir die hände minutenlang unter kochend heissem wasser.. "riecht man noch was?" ich hauche dich an. lachend schüttelst du den kopf. "so langsam kann ich dich verstehen." bald darauf klingelt mein handy erneut. ich gehe nicht ran. ich weiss, dass sie da sind. ich ziehe meine schwarze jacke an, ziehe meinen zopf fest und umarme dich lange. "wir sehen uns, y." flüsterst du und lässt mich los. ich drücke kurz deine hand und öffne die tür. für einen moment bleibt die zeit stehen, als wir uns ansehen. lange. mein handy klingelt erneut. "ich muss" meine stimme versagt. ich schaue dich nicht noch einmal an, sondern gehe gleich runter. wir sehen uns. ganz bestimmt.
"Listening to this song just keeps me thinking of
how I have no idea of what the fuck to do with my life.
I don't know where to go, I don't know what to do with it."
(Ride)

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