stadt ohne meer.

"also 15 uhr an der kirche?" lese ich samstag nach dem zeitungen austragen. ich beginne zu lächeln. "geht klar!". ich hüpfe flink unter die dusche und sortiere in gedanken schon meinen kompletten kleiderschrank durch. zwei stunden später streife ich mir die weinrote röhrenjeans über, ziehe mir das weisse shirt mit schwarzen x an ("ich wähle dich aus! dich nehm ich."), schlüpfe in die schwarzen schneakers und zum abschluss kommt die mojo-mütze auf meinen kopf. schnell noch das rote, blaue und grüne sternchen ins ohr, das blackberry in die hosentasche, ein 5er auf die andere seite, die motorradjacke übergezogen und let's go. ach halt, da fehlt doch noch was. schnell packe ich die schachtel in die jackentasche und es geht entgültig los. mein blick fällt auf die uhr an der haltestelle. 13:45. gemächlich laufe ich richtung innenstadt. verschiedene situationen ziehen im schnelldurchlauf vor meinem inneren auge ab. das kann ja was werden, denke ich mir und beschleunige meinen schritt. ich seh dich schon von weitem. du bist auch aufgeregt, denn du tigerst von einer seite zur anderen. ich lache innerlich und winke dir zu, als du mich entdeckst. "heeeeeey" meine ich eine tonlage zu hoch zu dir und falle in deine arme. was hast du mir gefehlt. "wo wollen wir hin?" frage ich dich. "vllt. coffee to go und dann irgendwo zum quatschen hinsetzten?" ich nicke und warte vor cl, während du zwei kaffee holst. währenddessen landet eine neue whatsapp-nachricht bei mir. v, mein herz. morgen hat sie geburtstag. "hoffentlich freust du dich" flüstere ich zu meinem handy und lasse es zurück in die hosentasche gleiten. dankend nehme ich dir den becher aus der hand und wir gehen richtung park. "ich war hier schon ewig nicht mehr" gebe ich von mir, als ich den see sehe mit dem abgrenzenen bowlingcenter dahinter. wir lassen uns auf den treppen nieder und du beginnst du erzählen. ich zünde mir eine zigarette an und schaue dich fragend an. grinsend ziehst du dir eine raus, ich ziehe mein grünes feuerzeug aus der tasche und gebe dir  feuer. "schöne vögel" kommentierst du das kleine ding. "jaaa, war halt nix anderes da" erwidere ich. "ich frage jetzt mal nicht, woher du das hast" - "brauchst du auch nicht" antworte ich frech und blase den rauch in den bewölkten himmel. drei stunden und eine schachtel später sitzen wir auf einer bank an einem verlassenen spielplatz und philosophieren über gott und die welt. es wird langsam dunkel, kein mensch ausser uns beiden ist noch hier. "manchmal warten wir mit bestimmten dingen so lange, als hätten wir noch ein zweites leben im koffer." sage ich ins nichts. du verharrst schweigend, schaust mich an und lässt dein herz sprechen. "ich wollte nicht zu lange warten, da ich kein zweites leben dabei habe." flüsterst du, beinah entschuldigend. ich stehe auf und trete die noch glühende zigarette aus. "deine augen leuchten total krass in der dunkelheit." keine ahnung wie spät es ist. du kommst langsam auf mich zu, greifst nach meiner hand. ausdruckslos schaue ich dich an. deine hand berührt meine rechte wange, du streichst ein paar lose haarsträhnen zur seite. "mein mojo - mädchen" grinst du. ich lächel und entferne mich langsam von dir, aber du lässt meine hand nicht los. "ich komm schon wieder" krächze ich leise und verschwinde in der dunkelheit, dein durchdringenden blick im rücken.
Du riechst immer noch nach gestern.
Nicht gewaschen, nicht poliert,
ohne Glanz und ohne Stil,
doch ich will dich nicht verbessern,
denn niemand passt besser zu mir als du:
Graue Stadt ohne Meer, Stadt ohne Meer,

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