ich könnte weinen.

genervt sitze ich am zehntausendsten fensterbild, das ich mehr oder weniger ordentliche ausschneide. ich fege die schnipsel zusammen, werfe sie weg und gehe die fertige bastelei laminieren. mein blick wandert zur uhr, da lautes geschrei an mein ohr dringt. 09.19 uhr lese ich von der geschätzt  20m entfernten uhr ab. seufzend werfe ich die schere weit weg, ordne die papiere auf einen haufen und checke erst einmal die neuen sms.
kurze zeit später sitzt du mir gegenüber. ich grinse dich an, lasse das handy zurück in die grüne tasche gleiten und widme mich nur dir. aus dem augenwinkel sehe ich frau x. auf uns zukommen. sie setzt sich links von mir hin. kritisch mustere ich ihr äußeres. kurze dunkle haare, eine lange rote strickjacke, schwarze hose. ob sie immer noch so krank ist wie damals? frage ich mich für einen kurzen moment. ihre worte richten sich nur an dich, es geht um die * *. irgendwann unterbricht sie ihren redefluss und beginnt scharf nachzudenken. wonach auch immer. ich lache innerlich. es schaut sehr interessant aus, wie andere menschen so überlegen. dir scheint es genau so zu gehen, denn du schaust mich ebenfalls grinsend an. ich smile und betrachte meine fingernägel. warum immer ich?
Was ich mache, fragst du mich
ach nichts neues eigentlich
ich wäre traurig könnte man meinen
doch ich bin glücklich, ich könnte weinen.

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