leise schlage ich die letzten akkorde von "so lange einsam". wir sind ganz allein im musikraum, da die meisten die pause woanders verbringen. du scheinst begeistert zu sein, denn du applaudierst zu meiner freude. "sag mal, hast du morgen schon was vor?" - "nee, wieso?" frage ich zurück, während ich die gitarre zurück auf den tisch lege. "würdest du mit mir samstag in 'django unchained' gehen? der soll ganz gut sein." ich verstaue mein plek in der federtasche und lächle. "gern."
19.34 sagt mein handy. warum kann ich nie pünktlich sein? ich lege einen zahn zu und biege ein letztes mal ab. du stehst schon vor dem kino und schaust dich suchend um. doch dann siehst du mich. schon von weitem sehe ich dein bezauberndes lächeln. ich winke dir zu und falle in deine arme. "sorry, pünktlichkeit ist nicht so mein ding" lache ich dir ins ohr. gentlemanlike holst du die karten. als dank bekommst du für einen abend meine wertvolle zeit und aufmerksamkeit. "typ auf 2 uhr" flüsterst du mri zu. ich folge unauffällig deiner "beschreibung" und checke den kerl. 16, wenn überhaupt. abwechselnd schaut er zu uns rüber, sieht dann auf seine bierflasche. wie niedlich. "warte kurz, ja?" meine ich liebenswürdig zu dir und gehe langsam auf ihn zu. "hiiiiii" begrüsse ich ihn. "hey." ich schaue abwartend zwischen seinem face und dem becks hin und her. "kann ich dich auf ein bier einladen?" das gefällt mir doch schon besser. "gern." ich grinse vor mich hin. frech nehme ich dem kinokartenverkäufer die flasche entgegen und greife nach der flasche von namenlos. "dankeschööön" flöte ich, strahle ihn noch mal an und gehe wieder zurück zu dir. fassungslos schüttelst du den kopf, als ich dir das bier reiche. "fandeste den nicht gut?" ich lache. "ich bin heute mit dir hier, nicht mit anderen kleinen mädchen" und zwinker dir zu. im kinosaal unterhalten wir uns über jb. so langsam kann ich dich umstimmen.. der film beginnt und die vorschau für kokowääh läuft. verträumt schaue ich auf die leinwand, danach zu dir. du schaust mich mit einem undefinierbaren gesichtsausdruck an. ich versuche nicht wegzusehen. doch braune augen. wusst' ichs doch.
"guter film" meine ich im rausgehen. du stimmst mir zu. der typ von vorhin wirft mir einen enttäuschten blick zu. ich lache und folge dir nach draussen. so langsam wirds wärmer. "wirst du abgeholt?" - "nee" entgegne ich. "soll ich dich nach hause begleiten?" ich lächel. so langsam scheint m. auf mich abzufärben. "wenn du willst." nach der ersten ecke berührst du meinen arm. nach der zweiten ampel nimmst du meine hand. ich drücke sie fest. endlich. "danke fürs nach hause bringen" - "hier wohnst du?" grinst du und deutest auf das hinter mir. "bis hier hin ist ok". ich fahre mir durch die haare, denke an teds worte und überprüfe, ob sie auf dich zutreffen. .... na teilweise. ich smile. du streichst mir eine haarsträhne aus dem gesicht und ziehst mich zu dir ran. "wir sehen uns montag" flüster' ich dir zum abschied zu, während ich langsam das letzte stückchen weg antrete. kurz bevor ich in der einfahrt verschwinde, drehe ich mich noch einmal um. wie du da stehst. es fällt mir unfassbar schwer, nicht zu dir zurückzulaufen.
sonntag nachmittag, 17.17 uhr. schnapszahl, denke ich mir belustigt. den eingehenden anruf bemerke ich erst daraufhin. "träumerle" würde r. jetzt sagen. ich nehme an, warte einen moment und begrüsse dich mit einem "hey". "hey" sagst du zurück. "wie gehts dir?" - "gut gut." - "was machst du gerade?" - "ich arbeite gerade ein referat für chemie vor." - "welches thema?" - "alkanole" - "uhu, wie interessant" lachst du am anderen ende der leitung. "was machen die hasen?" - ich seufze. "x.. du hast mich doch jetzt nicht angerufen, um zu fragen wie es meinen ninchen geht." du seufzt ebenfalls. "wegen gestern." ich schwinge mich auf meinen schreibtisch. "das geht mir nicht mehr aus dem kopf. [...] und ich weiss nicht, wie ich dir morgen gegenübertreten soll." ich schweige. lange. ich sehe dein gesicht förmlich vor mir. der verzweifelte, fragene, ungewissene blick. "x, das musst du wissen. ich kann nur sagen, dass ichs samstag schön fand. alles. und den rest musst du für dich ausmachen. wir sehen uns morgen." mit diesen worten beende ich das gespräch. innerlich beginne ich zu schreien, während ich durch mein zimmer tigere. "das darf doch nicht wahr sein!" flüstere ich meinem spiegelbild zu. "nein nein nein!"

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