so lange einsam. (akustik version)

 'heute ist bisschen homeparty bei mir. würdest du kommen wollen? (:' - oha, denke ich mir. cool. damit hätte ich nicht gerechnet. 'klar, wann soll ich da sein? soll ich vorher helfen kommen? (;' - 'ok, dann kommste so 19 uhr rum. b*str. 19. :D'

Glaube immer an das Gute
War das Letzte was sie schrieb


ich verknote zum letzten mal meine grauen schal und versuche mühsam, den klingelknpof zu drücken. macht sich scheisse mit einem sixer in der hand. 'ja?' klingt deine stimme verzerrt. bevor ich noch was sagen kann, surrt der türöffner. ich steige die 3 etagen hoch. genau 48 stufen. du empfängst mich schon lachend an der tür. 'hallo'. ich umarme dich. endich wieder. ich schlüpfe aus meinen schwarzen stiefeletten und stelle sie neben ausgelatschte turnschuhe. 'deine?' frage ich stichelnd.

 Und als P.S. ein Satz darunter
Den ich nie vergessen will

 'wie viele sind wir eigentlich?' frage ich, während ich mich umgucke. schöne wohnung. gemütlich. 'na wir sind zu 6. kommen noch viere.' höre ich dich aus der küche rufen. 'wer kommt da noch so?' schreie ich zurück, während ich die becks auf den tisch stelle. sogar untersetzer. oho. 'na m., t., f. und s.' - mir fällt fast die letzte flasche aus der hand. 'nur jungs?' brülle ich erschrocken zurück. 'ja, hast du meine nachricht nicht mehr gelesen?' blitzschnell ziehe ich mein smartphone aus der tasche. facebook checken. 'ach übrigens, du bist das einzige mädchen :D' lese ich da.

Du bist so lange einsam
Bis du lernst allein zu sein
Und du bleibst so lange einsam
Bis du lernst allein zu sein

ich beginne, verzweifelt zu überlegen. wie verhalte ich mich, wie beweg ich mich, wie agiere ich? 'die sind auch alle ganz nett.' fügst du hinzu. so schlimm kanns nicht werden, denke ich mir und leiste dir in der küche gesellschaft. ich fülle die chips in eine schale und stelle sie auf den tisch. 'was sagst du eigentlich zum *-spiel gestern?'. wenig später sind wir vertieft in ein gespräch über fußball. punkt 20 uhr läutet es. 'soll ich aufmachen gehen?' du nickst. ich höre 8 polterne beine hochstampfen. ich schließe die augen, atme 3x tief ein und aus und öffne euch die tür.

Ich lief herum, es wurde dunkler
In meiner Hand brannte ein Licht

plötzlich stehst du neben mir. per handschlag begrüßt du sie alle. schüchtern gebe ich allen die hand. du stellst uns einander vor. 'm. t. f. s. - das ist leah. seid nett zu ihr! leah, das sind m. t. f. s. - nimm sie einfach nicht ernst.' ich beginne zu grinsen. lustige truppe scheinen die zu sein. wir chillen uns im wohnzimmer hin. 'flaschenöffner?' fragt m., als er noch nicht mal sitzt. 'gib her' gebe ich gespielt genervt von mir. ein, zwei handgriffe und mit der hilfe meiner flasche sind wenig später alle flaschen auf. wozu brauch man heutzutage noch flaschenöffner?

Ich war verwirrt, doch auch erleichtert
Ab heute brauch ich nur noch mich

nach den ersten zwei, drei schlucken nehmen die 4 mich ins visier. 'na dann stell dich mal vor, du bist hier schliesslich die neue.' beginnt f. 'was wollt ihr wissen?' frage ich zurück. 'woher kennt ihr euch?' fragt t. und deutet auf dich und mich. 'vom *, ich war von der schule aus da.' - 'welche schule biste denn?' - '**gymnasium.' - 'und machste gerade abi?' fragt m. feixend. 'öhm ne, ich bin 10.' meine ich irritiert. 'darfst du das überhaupt schon trinken?' fragt mich f. gespielt erschrocken und zieht mir die flasche aus der hand. empört starre ich ihn an. hallo? nach fünf, sechs bierchen ist die stimmung ; milde gesagt ; ziemlich ausgelassen. nachdem ich mit allen brüderschaft getrunken habe, erzählt man ziemlich freimütig von seinen problemen. [...]


Denn man ist so lange einsam
Bis man lernt allein zu sein

als ich aufstehe und mir in der küche ein neues wasser holen will, folgst du mir. 'die bleiben nur bis 11, keine sorge.' ich lache und trinke einen schluck. 'sag mal...' du unterbrichst und schaust mich an. 'ja?' frage ich dich unschuldig. 'willst du heute hier schlafen?' ich stelle das glas ab. 'warum nicht? ich sag dann mal bescheid.' und krame in der tasche nach meinem handy. als sich die verbindung aufbaut, schüttle ich immer wieder meinen kopf. unfuckinfassbar. kurze zeit später ist alles geklärt. ich kann hier pennen. krasse sache.

Und man bleibt so lange einsam
Bis man lernt

wie du prophezeit hast, packen die jungs gegen 23 uhr ihre sachen zusammen. wir tauschen alle nummern aus. 'du, wir müssen unbedingt wieder was zusammen machen' haucht mir m. ins ohr. ich verziehe das gesicht und fächel mir frische luft zu. meine fresse, hat der ne fahne! nun sind wir allein. wir grinsen uns an und beginnen mit den aufräumungsarbeiten. 'du bist eigentlich noch total klar, oder?' frage ich dich kritisch beäugend. 'ja, ich bin nicht mal angeheitert. aber du scheinst auch noch mehr oder weniger nüchtern zu sein?' ich nicke und stelle die leeren flaschen in die küche. erschöpft lassen wir uns eine viertelstunde später auf dein bett fallen. anstrengend, anderen ihr zeug hinterherzuräumen. f hat auch noch sein handy vergessen. 'wie bin ich bei den jungs angekommen?' frage ich dich neugierig. 'als du vorhin mal kurz draußen warst, haben sie losgelegt' du lachst. 'die waren schwer begeistert von dir, keine sorge. die fanden dich toll.' - 'na dann bin ich ja beruhigt' stöhne ich.

Ja man bleibt so lange einsam
Bis man lernt allein zu sein

du hast zu meinem erstauen ein justin timberlake cd. gerade läuft 'my love'. unsere stimmen sind viel leiser geworden, obwohl wir alleine in der wohnung sind. 'ich finds toll,dass du noch hier bleibst' whisperst du und schaust mich an. ich kann nicht wegschauen. du greifst nach meiner hand. meine eisigen hände tauen nahezu richtig auf. du streichst mir eine haarsträhne aus dem gesicht. [...] wir fahren auseinander, als die stille von einem schrillen klingeln durchbrochen wird. 'das ist bestimmt f. wegen seinem handy' meinst du geistesgegenwärtig und stolperst zur tür. ich sammel mich kurz und stehe dann auch langsam auf. ich winke f. aus dem türrahmen aus zu. 'du bist noch hier?' wundert er sich, während er sein handy in der tasche verstaut. 'ja, sie schläft heut hier.' antwortest du für mich. er schaut dich kritisch an. 'sag mal, hast du da lippenstift am mund?' fragst er ganz plötzlich. ich versuche, meine mimik unter kontrolle zu bekommen um nicht loszugrinsen. du schaffst das nicht so und lachst kurz. 'raus jetzt' - 'viel spass euch noch' ruft f., bevor er wieder abhaut. kopfschüttelnd schliessst du die tür und drehst dich wieder zu mir um.

Und man bleibt so lange einsam
Bis man lernt allein zu sein

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