du bombadierst mich mit zettelchen, dein gesicht ist ein einziges fragezeichen. auch r. wird so langsam neugierig. ich male einen smiley auf einen der papierfetzen und konzentriere mich auf den unterricht. keine ahnung, wie lange ich noch dazu in der lage sein werde. 4 stunden, sinus,kosinus,bundesrat,wolkenbildung und anderssprachige dialoge später habe ich auch diesen schultag überlebt. jetzt beginnt der angenehme teil.
"oh, ich glaube du musst los" stelle ich fest, als ich auf meine uhr schaue. wir packen unser zeug zusammen und folgen den schülermengen. "du wirst doch jeden tag gebracht, oder?" ich nicke. "soll ich dich morgen vielleicht abholen? wir haben beide 9 stunden und somit zeitgleich schluss." mein inneres tanzt schon glücklich hin und her. ich lächle. "klar, morgen um zehn nach 7 [...]?" - "ok." die letzte umarmung für heute. "vergiss nicht, sie heisst frau x." ich zwinker dir zu und laufe richtung parkplatz. wie viele chauffeure ich schon in meinem leben gehabt habe, denke ich mir belustigt. wahnsinn.
viele viele gespräche, autofahrten und kaffees später sitze ich freitagnachmittag nach den chilligsten musikstunden auf dem beifahrersitz neben dir. schon wieder - immer noch ?
"hast du morgen abend schon was vor? zwei kumpels kommen zu mir. bisschen was trinken und so. hast du lust?" - "na klar, gern. wann soll ich da sein?"
ich grüsse die netten hausbesitzer im h.weg und stöpsel mir wieder meine kopfhörer in mein ohr. laut dringt dubstep an mein ohr. a. hatte recht, dass macht sich wirklich am besten zum zeitungen austragen. in gedanke gehe ich meine todo liste durch. chemie vortrag muss ich nochmal durchgehen, haare waschen, weiter im buch lesen und bio lernen. alles schaffbar. lächelnd steige ich vom fahrrad und rolle die nächsten zwei zeitungen. ich lass es einfach auf mich zukommen.
der audi schnurrt durch die strassen von *. zum glück bringt papa mich. ich tippe die letzten zeichen ein und schicke dir den laaaaangen bericht via whatsapp. du freust dich für mich, dass macht mich unfassbar glücklich. und wie wir es verdient haben!
ich winke zum abschied, lasse die selfmadehandysocke in meinen beute plumpsen und drücke kurz auf den klingelknopf. es surrt und ich ziehe die tür auf. i now that i can do that. lächelnd denke ich an das telefonat vorhin während ich die 39 treppenstufe hinauf steige. oben erwartest du mich schon. im hintergrund erspähe ich zwei gestalten, sehe allerdings keine gesichter, es ist zu dunkel. nach gefühlten tausend stunden umarmung stellst du mich x. und y. vor. ich schleiche auf zehenspitzen in die wohnung, nehme dankend die bierflasche an mich und chill mich zu x. und y. aufs sofa. sofort beginnen sie mich auszuquetschen. "juuungs, lasst sie erst einmal ankommen" rufst du und reichst mir einen flaschenöffner. oh, in grün. lieblingsfarbe. ich trinke einen schluck, stelle die flasche auf dem glastisch ab und widme mich den neugierigen fragen.
drei stunden später stehst du auf und holst zum 5.? 6.? 7.? mal eine neue runde. "kommt jemand mit eine rauchen?" fragt x. ich nicke und folge ihm auf den balkon. beeindruckende person, vor allem, dass er das austauschjahr gemacht hat. er zündet meine zigarette an und beobachtet mich. "waas?" frage ich unsicher. "nichts nichts." nach einer pause wendet er sich zu mir und schaut mich prüfend an. ich versuche seinem blick standzuhalten. "weisst du eigentlich, warum genau du hier bist?" - "na chillen, was trinken..?" ich lasse den satz unvollständig, da mich diese frage verunsichert. x. lacht auf. "ja, das hat z. vielleicht die erzählt..aber eigentlich [...]" gebannt höre ich ihm zu. er quatscht genau zwei kippen lang, ganz genau zwei. "ooooooha." mehr bringe ich nicht hervor. ich werfe den rest vom balkon. "und jetzt?" - "y und ich werden jetzt losmachen, dann könnt ihr das alleine besprechen." ich nicke nur und folge ihm nach drinnen. erwartungsvoll schaust du mich an. ein kurzes lächeln in deine richtung, dann schaue ich woanders hin. noch sind sie da. aber schon 2 minuten später stehen sie im türrahmen und ziehen ihre schuhe an. ich umarme erst y., dann x. letzterer flüstert mir ein "have fun" ins ohr und winkt zum abschied uns zu. ich trete einen schritt zurück, du schliesst die tür.
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| Oh, we set our dreams to carry us
In the middle where we were one Now we push right past to find out Or either win what they have lost |

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