fire it up.

3 "bis heut nachmittag" rufe ich, schlage die autotür zu und winke ihr nach. ich liebe es, zur schule chauffiert zu werden. es ist genau dreiviertel 7 und die schule nahezu ausgestorben. die hausmeisterin kommt mir entgegen, ich grüsse die freundlich. im klassenraum brennt noch kein licht. "mal wieder zu spät" denke ich mir belustigt, jedoch ist die tür nur angelehnt. bist du also doch schon da? ich ziehe die tür vorsichtig auf und schaue in den raum. du zockst an deinem handy, bemerkst mich jedoch, legst es auf den tisch und kommst auf mich zu. "na du." ich packe mein deutschzeug aus und setzte mich auf unseren tisch. du stellst dich vor mich [...].  anscheinend hören wir den schlüssel im schloss nicht, denn auf einmal steht frau y. im raum. erschrocken springe ich vom tisch und vestecke mich beinah hinter dir. "oh, ich wollte nicht stören." sagt sie, und ist fast schon wieder zur tür raum. "kein ding" brülle ich ihr hinterher. ich schwanke zwischen ablachen und geschockt sein. du räusperst dich; ich grinse dich an. "was die sich wohl gedacht hat, haha" ich schaue auf meine uhr. "du, ich glaube, du musst hoch." - "Oh ja, stimmt. wir sehen uns gleich, ja?" flüchtig drückst du mir einen kuss auf die haare und verschwindest ebenfalls aus dem raum. ich schüttel den kopf und greife nach meinem handy. ich muss unbedingt v. davon erzählen, denke ich mir und beginne zu tippen.

ich kann mir das lachen kaum verkneifen, als die y. zur ersten stunde in den raum kommt. komischerweise setzt sie sich neben dich auf r.s bank, da sie heute nicht da ist. ich kann dich ja später immer noch fragen. frau x. beginnt mit dem unterricht. "dieser ständige lehrerwechsel" stöhnst du neben mir. "oooooh" meine ich und ziehe eine grimasse. du beginnst zu lächeln. "schaffen wir schon."

"frau y., kommen sie mal eben? wer ist von euch schon fertig?" ich zögere kurz, melde mich dann aber. gedichtinterpretationen haben mir schon im letzten schuljahr gut gelegen, da ist die anaylse von dem pipigedicht kein problem. "Leah? kannst du bitte zu * * hintergehen? * kann ja auch mal ein wenig unterrichtspraxis bekommen. * wird dich korrigieren, falls es nötig ist." ich setze einen todernsten blick auf, als ich meinen stuhl hinterrücke, mich an dir vorbeischlängele und durch die reihen zu dir hintergehe. du tust einen auf überbeschäftigt, um intellent (jb) zu wirken. innerlich lache ich. du kannst das richtig gut. betont lässig lasse ich mich neben dir fallen. frau y. und frau x. bequatschen vorn irgendwas. "na du" flüsterst du mir leise zu. ich grinse bloss. "konzentration, ich bin hier um zu lernen" und beginne vorzulesen. ich unterbreche immer wieder und schaue dich fragend an. du nickst, verbesserst und lobst mich. deine hand streicht meinen oberschenkel entlang.. ich bekomme gar nicht mit, dass frau x. in heller aufregung auf uns zukommt. erst als sie wenige meter von uns entfernt ist, schaue ich zu ihr. "ich glaube ,ich seh nicht richtig? was erlauben sie sich eigentlich, eine meiner schülerinnen anzufassen?" du ziehst deine hand ruckartig weg und guckst abwechselnd zwischen ihr und mir hin und her. "[...]" - kleinlaut murmel ich vor mir hin: "nein, ist schon gut." du hast dich inzwischen wieder gefasst und sagt klar und deutlich: "leah ist aber meine freundin". "ja das stimmt" bestätige ich. "nein leah, du brauchst ** jetzt nicht in schutz nehmen, er darf das nicht." siedendheiss fällt mir die szene am morgen ein. "frau y. kann das bestätigen." die 20 stechenden blicke wenden sich nun zu ihr nach vorn. "jaaaa das ist im prinzip richtig, leah und ** haben sich heute früh hier gemeinschaftlich aufgehalten." ich lächle ironisch. was für ein wink des schicksals. frau x. mustert uns nochmal eindringlich, lässt dann aber ab. "ok, dann kannst du jetzt wieder auf deinen platz gehen, leah." ich zwinker dir zum abschied zu und mache mich auf zu meinem eigentlichen territorium. es wäre unnötig, sich umzusehen, denn ich weiss auch so, dass alle blicke auf ihr liegen. das geflüster beginnt schon jetzt. als ich wieder sitze, fange ich ein mitleidiges lächeln von dir auf. ich seufze leise. du weisst ganz genau, wie ich das gerade fand. einfach peinlich und unpassend. "das ist dein macker?" fragt mich r., der so neugierig zu sein scheint, dass er schon fast auf unserer bank sitzt. tausend ungestellte fragen sind seinem gesicht abzulesen. sensationsgeil scheint fett auf seiner stirn zu prangen. ich winke ab und konzentriere mich auf den unterricht. - soweit das noch überhaupt möglich ist.
nach der stunde geht der erste blick nicht zu dir, sondern zu a. er zieht die augenbrauen hoch, schüttelt mit dem kopf und lächelt trotzdem. ich wusste, dass er hinter mir steht.
only you + me. cause YOLO. -

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