'wir müssen reden' lese ich mit gemischten gefühlen. und weiter:
'morgen um 16 uhr an der brücke?' schnell schreibe ich ein 'okay' zurück.
nachdenklich lehne ich mich an die wand und schmiede pläne.
ich ziehe mein schwarzes flattershirt mit der aufschrift 'fuck you bitch' und die
ultrakurzen jeansshorts an. dazu die neuen chucks. die grüne armbanduhr
ans linke handgelenk, das würfelarmband ans rechte. ich klemme mir schnell den
torschlüssel ab und latsche gemächlich richtung fluss.
du wartest schon am anderen ende, ganz in deinen gedanken versunken.
ich nähere mich dir geräuschlos und berühre mit meiner eisig kalten hand deinen arm.
du zuckst zurück, vor der kälte meiner hand; ich vor der hitze deines oberarmes.
klopfenden herzens stiere ich dein schwarzes shirt an. ich kann nicht in deine augen
schauen. nicht nach gestern. du murmelst ein leises 'hey' und nimmst mich lange in
deine arme. dein körper ist aufgeheizt von der sonne. als ich dich loslasse, bleiben
deine kastanienbraunen augen auf mir ruhen. ich erwidere deinen blick.
zaghaft, fragend berühren deine lippen meine für den hauch einer sekunde.
erschrocken blinzle ich dich an, als wäre das eben gar nicht geschehen.
schweigend gehen wir den gepflasterten weg entlang.
du brichst das eis, indem du fragst, wie es mir geht.
nach einigen hundert metern nimmst du vorsichtig meine hand.
nach etwa ein bis zwei kilometern sind wir da. ich schlüpfe auf meinen
schuhen und trippele dir auf zehenspitzen hinterher in die wohnung.
du setzt dich auf dein bett; ich hingegen lasse mich auf dem weißen flokati nieder.
'warum hast du das gestern getan?' frage ich dich unvermittelt.
ich muss wissen, was sache ist. warum du mich heute sehen wolltest.
nach wenigen minuten ist alles klar. verlegen, mit leicht rosa wangen neige ich den kopf.
du stehst auf und lässt dich vor mir nieder und wartest, bis ich wieder aufschaue.
als ich mich nach 5 minuten noch nicht bewegt habe, ziehst du mich vorsichtig zu dir ran.
ich beginne zu zittern und bejahe deine frage nach einigem zögern, ob mir kalt sei.
schweigend zieht er einen pullover vom schwarzen drehstuhl und reicht ihn mir.
lächelnd schlüpfe ich in das viel zu große teil hinein und kuschele mich an dich.
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| Und wir bleiben im Wartesaal zum Glücklichsein
Zum Glücklichsein Und so bleiben wir im Wartesaal und warten mal Und warten mal |

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